






Neugstaltung einer parkartigen Grünfläche mit integriertem Spielplatz
Der Spielplatz Martinsplatz wurde 1985 errichtet und 1996 zuletzt umgestaltet. Statt klassischer Spielgeräte setzte das damalige Konzept auf Bodenmodellierungen und Sinneserfahrungen wie Hangrutschen, Findlinge, einen Entdeckerpfad sowie die Holzkonstruktion „Nautilus“. Aufgrund geänderter Sicherheitsvorschriften (EN DIN 1176) mussten jedoch viele Elemente zurückgebaut werden; erhalten blieben zuletzt nur Balancierstrecke, Entdeckerpfad und Findlinge, der frühere Sandbereich wurde zum Rosenbeet.
Der Platz ist eine wichtige Wegeverbindung zwischen Dieskaustraße und Windorfer Straße und durch dichte Bepflanzung klar von den Straßenräumen abgegrenzt. Die Grundstruktur mit den Hauptwegen sollte erhalten bleiben. Gefordert waren neue Spielangebote für alle Altersgruppen – inklusive klassischer Geräte und Tischtennisplatte –, eine klare Trennung von Kleinkind- und Jugendbereichen, Barrierefreiheit sowie ausreichend Sitzplätze, Fahrradstellplätze und Abfallbehälter. Der Baumbestand war möglichst zu sichern.
Das Planungskonzept wurde mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer, dem Leipziger Kinderbüro und dem Büro LAGO im Rahmen einer Bürgerbeteiligung abgestimmt und anschließend weiter konkretisiert. Aus Gründen der Nachhaltigkeit und Kostenersparnis wurden vorhandene Materialien weitgehend wiederverwendet. Hauptwege und Stahleinfassungen blieben größtenteils erhalten, Beläge wurden erneuert, ausgewählte Pflasterflächen gesichert.
Zentrales Ziel war die räumliche Gliederung in unterschiedliche Aufenthaltsbereiche, umgesetzt durch geschnittene Hecken (Hainbuche, Liguster). Im Westen entstand nahe der Dieskaustraße ein Jugendbereich mit Sitzgruppen, Tischtennisplatte und kleiner Calisthenics-Anlage. Eine überarbeitete Geländemodellierung mit Pflanzflächen sowie Fahrradbügel ergänzt diesen Bereich.
Östlich schließt eine offene, von Hecken gefasste Rasenfläche für (Klein-)Kinder an. Der Spielhügel mit Findlingen blieb erhalten und wurde ergänzt; bewusst wurde auf feste Spielgeräte verzichtet, um freies Spiel zu ermöglichen. Der Sandkasten wurde reaktiviert und mit Matschtischen ausgestattet, Wege neu befestigt.
Im Norden ergänzt eine Doppelschaukel das Angebot. Anstelle der „Nautilus“-Konstruktion entstand ein gepflasterter Aufenthaltsbereich mit Großbaum als Schattenspender. Weitere Sitzgelegenheiten mit Blickbezug zur Taborkirche wurden im Süden angeordnet. Umfangreiche Stauden-, Gräser- und Strauchpflanzungen verleihen dem Platz einen parkähnlichen Charakter und erhöhen Aufenthaltsqualität sowie Artenvielfalt. Findlinge wurden neu integriert, der Baumbestand vollständig erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt; Wegeführungen orientieren sich am Bestand, untergeordnete Wege entfallen.
Projektinformationen
