







Neugestaltung des Schulhofs in Teilbereichen
Aufgrund seines sehr unbefriedigenden Zustandes des nordwestlichen Teils des Schulhofgeländes sollte dieser völlig neu gestaltet werden. Grundsätzliches Planungsziel war es, eine optimierte Raumaufteilung und -gestaltung bei einer gleichzeitig deutlichen Erhöhung des Spiel- und Nutzwerts der Anlage zu erreichen. Eine Weitsprunganlage sollte dabei ebenso integriert werden wie Sandspielbereiche, Flächen zum Rennen und Toben und solche zum Ballspielen. Nicht zuletzt galt es, auch einen neuen Spielgerätebereich in das Planungskonzept zu integrieren, da die ehedem vorhandenen Spielgeräte bzw. -kombinationen aus Sicherheitsgründen in jüngerer Vergangenheit bereits komplett demontiert wurden.
Unter dieser Prämisse galt es, das relativ eintönige, unstrukturierte, wenig oder unzweckmäßig gegliederte Gelände so umzugestalten, dass eine deutlichere Zonierung der Flächen stattfindet, wobei den jeweiligen ‚Spielzonen’ unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten zugeordnet werden sollten. Dabei wurde versucht – unter Berücksichtigung funktionaler Aspekte – weiche, geschwungene Formen und orthogonale Flächenzuschnitte zu kombinieren, wodurch dem Gebiet ein völlig neuer Charakter verliehen wird.
Dem Planungsansatz der ‚Zonierung’ folgend weist das Konzept 5 Nutzungsschwerpunkte auf, woraus sich die Gliederung in 5 Teilflächen bzw. Zonen ergibt, die jeweils eine gewisse funktionale und auch gestalterische Eigenständigkeit aufweisen, sich dabei aber sinnvoll ergänzen und sich somit wieder zu einer übergeordneten Einheit zusammenfügen.
Die sich unmittelbar im Nordwesten an das Gebäude anschließende und vom übrigen Schulhofareal etwas separierte Fläche sollte dabei einen eher ruhigeren Charakter aufweisen. Neben der hier geplanten Fortführung der in weiten Teilen das Gebäude umschließenden Pflanzflächen dominiert hier ein großzügiger Sandspielbereich, der bei einer Flächengröße von ca. 60 m2 ausreichend Möglichkeit zum Spielen mit dem weichen ‚Baustoff’ bieten sollte.
Im nördlichen Schulhofabschnitt sah das Planungskonzept im Wesentlichen 3 nebeneinander gelegene Spielzonen vor, die jeweils unterschiedliche Interessen bedienen.
Der nördliche Teil dieses Bereichs wird schwerpunktmäßig dem Ballspielen vorbehalten sein. Dabei wurde vorgeschlagen, hier ein ca. 185 m2 großes Kleinspielfeld anzulegen, welches mit einem Ballfangzaun umschlossen wird. Durch letzteren können die potenziellen Nutzungskonflikte zwischen ballspielenden und nicht-ballspielenden Kindern weitestgehend ausgeschlossen werden, was bisher nicht möglich war. Als Oberflächenbefestigung wurde ein Kunststoffbelag realisiert.
Aktivitäten wie Klettern, Balancieren, Rutschen oder auch das Spielen im Sand konzentrieren sich im östlichen Teilbereich. Hier ist ein ca. 170 m2 großer (2-geteilter) Spielgerätebereich umgesetzt, der mit einer neuen Spielgerätekombination ausgestattete wurde. Durch die Realisierung dieser neuen interessanten Spiellandschaft wurde eine der wesentlichen Anforderungen an die Schulhofneugestaltung erfüllt und der Nutzwert des gesamten Schulhofs gesteigert. Bei der Auswahl der geplanten Spielelemente wurde neben deren Dauerhaftigkeit und Stabilität insbesondere darauf geachtet, multifunktional nutzbar zu sein und somit mehrere Spielmöglichkeiten zu bieten. Die konkreten Spielangebote der neuen Spiellandschaft wurden im Rahmen der weiteren Planungsphasen in Abstimmung mit der Schule und v.a. den Kindern entwickelt.
Westlich der neuen Spiellandschaft entstand eine eher multifunktionale Fläche, die ohne konkrete Nutzungsangebote den Kindern vor allem die Gelegenheit bietet, ihrem Drang zum Rennen, Toben, Rollern o.ä. nachzugehen. Unter Bäumen angeordnete Sitzgelegenheiten laden darüber hinaus zum Ausruhen und Verweilen ein.
In Ergänzung zu den Nutzungsschwerpunkten der bereits beschriebenen Spielzonen wurde parallel zur westlichen Grundstücksgrenze eine Weitsprunganlage angelegt, die die bereits vorhandene, aber stark verschlissene und kaum nutzbare Anlage ersetzte. Diese Fläche soll somit in erster Linie dem Schulsport vorbehalten bleiben. Um einer unerwünschten Nutzung auch während der Pausen- und Hortzeiten vorzubeugen, wurde zwischen der Weitsprunganlage und den Spielbereichen eine dichte, geschnittene Heckenpflanzung angelegt. Erfahrungsgemäß reicht diese Maßnahme aus, um den spielenden Kindern die Trennung zwischen bespiel- und nicht bespielbaren Bereichen zu verdeutlichen.
Das vorliegende Gestaltungskonzept beinhaltet zusammengefasst folgende Haupt-Funktionsbereiche:
- Zone 1 = Sandspielbereich
- Zone 2 = Kleinspielfeld
- Zone 3 = Spielgerätebereich
- Zone 4 = multifunktionale Fläche
- Zone 5 = Weitsprunganlage (als separate Fläche für den Sportunterricht).
Neben den beschriebenen funktionalen und nutzungsbezogenen Planungsansätzen beinhaltete das Planungskonzept auch Vorschläge zur Ergänzung und Aufwertung der Grünstrukturen. Zunächst wurden die vorhandenen Pflanzflächen und vor allem die vorhandenen Großbäume weitestgehend erhalten. Lediglich die Rodung von 7 kleineren bis mittelgroßen Bäumen war aus Sicherheits- u./o. funktionalen Gründen notwendig. Darüber hinaus wurde angestrebt, durch die Erweiterung der gebäudenahen Pflanzbereiche und vor allem durch die gezielte Neupflanzung von 11 Bäumen die Nutzungsqualität des betrachteten Schulhofareals zu verbessern. Die schattenspendende Wirkung der Bäume wirkt sich vor allem auf die Nutzerfreundlichkeit während der Sommermonate positiv aus. Interessante Blühaspekte, Wuchsformen und/oder Laubfärbungen der ausgewählten Pflanzen tragen ganz maßgeblich zur Aufwertung des Gesamterscheinungsbildes des Schulhofs bei.
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