










Neugstaltung der Außenanlagen
Der SOS-Kinderdorf e.V. errichtete im Leipziger Stadtteil Connewitz ein neues Familienzentrum mit zwei stationären Wohngruppen und Verwaltung im Vorderhaus sowie eine Kindertagesstätte für 125 Kinder im Hinterhaus. Im Zuge der Neubebauung wurden auch die Freiflächen vollständig neu konzipiert. Zentrales Ziel war es, die unterschiedlichen funktionalen Anforderungen von Familienzentrum und Kita in eine klare, gestalterisch schlüssige Gesamtanlage zu überführen und Architektur und Freiraum als räumlich-funktionale Einheit auszubilden. Gleichzeitig mussten Erschließungsflächen, Feuerwehrzufahrten, Stellplätze, Entwässerungsanlagen sowie der öffentliche Fußweg an der Windscheidstraße in das Konzept integriert werden.
Die dem Familienzentrum zugeordneten Außenanlagen konzentrieren sich auf einen Freisitz im direkten Anschluss an das im Erdgeschoss untergebrachte Café. Ergänzend wurde hier eine kleine Spielfläche vorgesehen, die sowohl den Kindern der Wohngruppen als auch Cafébesuchern dient. Für die Kita bestand die besondere Herausforderung darin, trotz beengter räumlicher und topografischer Bedingungen eine klare Gliederung mit hohem Spiel- und Aufenthaltswert zu schaffen. Gefordert waren Sand- und Geräteflächen ebenso wie Bereiche zum Rennen, Rollern, Toben, Ausruhen und für Gruppenveranstaltungen. Nach der weitgehenden Entfernung des vorhandenen Wildwuchses wurde zudem eine neue, erlebbare Grünstruktur aufgebaut, die das Areal gestalterisch aufwertet.
Eine zentrale planerische Aufgabe stellte der Höhenversprung zu den östlich und südöstlich angrenzenden Grundstücken dar, der durch eine zu erneuernde Spundwand gesichert wird. Um deren massive Wirkung zu reduzieren, wurden Baumpflanzungen, Sträucher, Stauden und Kletterpflanzen sowie ein Robinien-Spalier eingesetzt. Im östlichen Abschnitt wurde die Wand aus gestalterischen Gründen abgesenkt und durch eine vorgelagerte Böschung ergänzt. Diese nimmt eine kleine Tribüne, einen Aufgang mit Abenteuersteg sowie integrierte Spielelemente auf und dient zugleich als bepflanzte Grün- und Erosionsschutzfläche. So konnte trotz dichter Bebauung ein prägender, begrünter Raum geschaffen werden.
Dem übergeordneten Zonierungskonzept folgend gliedert sich das Grundstück in einen vorderen Bereich mit Erschließungs-, Stellplatz- und Funktionsflächen sowie das eigentliche Kita-Gelände. Der öffentliche Fußweg wurde in Abstimmung mit der Stadt material- und gestaltungsgleich zum Bestand weitergeführt. Über eine Durchfahrt im Vorderhaus wird der Hof erschlossen, in dem Pkw- und Fahrradstellplätze sowie Feuerwehrflächen untergebracht sind. Aufgrund der funktionalen Anforderungen waren hier nur begrenzt Begrünungsmaßnahmen möglich.
Im südlichen Teil des Hofes entstand jedoch ein baumüberstandener, als Kiesfläche gestalteter Freisitz für das Café, räumlich gefasst durch Hecken. Vier neu gepflanzte Bäume sorgen für Verschattung und verbessern das Mikroklima. Direkt angrenzend wurde eine etwa 64 m² große Spielfläche mit Kies als Fallschutz angelegt, sodass zusammen eine gestalterische Einheit entsteht, die als „grüne Oase“ im ansonsten befestigten Hof wahrgenommen wird. Ein 2,80 m breiter Weg führt weiter zum Kita-Vorplatz mit zusätzlichen Fahrradstellplätzen und Anbindung an das umliegende Wegenetz.
Der Außenspielbereich der Kita ist klar strukturiert und in zwei funktional eigenständige, jedoch zusammenhängende Zonen gegliedert. Der südwestliche Bereich nahe den Gruppenräumen ist vor allem den Krippenkindern vorbehalten und bietet kleinkindgerechte Spielangebote, befestigte Flächen sowie Sonnenschutz. Der östliche Bereich richtet sich an die über Dreijährigen. Hier wurden robuste Wegeflächen so dimensioniert, dass sie auch zum Fahren und Rennen geeignet sind; eine platzartige Aufweitung ermöglicht Versammlungen oder Veranstaltungen. Ergänzt wird dieser Bereich durch eine Sandspielfläche und eine rund 100 m² große Spiellandschaft mit Kletter-, Balancier- und Rutschmöglichkeiten, die vielfältige und dauerhafte Spielanreize bietet.
Sitzelemente strukturieren die Spielinseln und dienen zugleich als Aufenthalts- und Spielelemente. Zusätzliche Baumpflanzungen verbessern die Verschattung in den Sommermonaten, stärken die räumliche Gliederung und werten das Erscheinungsbild durch Blühaspekte und Laubfärbungen auf. Insgesamt entstand so trotz begrenzter Flächen ein differenziertes, gut zoniertes und grünes Freiraumkonzept mit hoher Aufenthalts- und Nutzungsqualität für Kinder, Familien und Mitarbeitende.
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