Platzfläche im Bereich der ehem. Gleisbrücke
Platzfläche im Bereich der ehem. Gleisbrücke
Platzfläche im Bereich der ehem. Gleisbrücke
Zugangsbereich zum neuen Wegeabschnitt
Übergangsbereich zum anschließenden vorh. Radweg
Zugangsbereich zum neuen Wegeabschnitt
Entwurf

Bahnhof Plagwitz südlich der Antonienstraße, Leipzig

Wegeverbindung zur "Bahnschneise Eythraer Straße"
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Ort: 
Leipzig
Bauherr: 
Stadt Leipzig
Leistung: 
Leistungsphasen 3-9 HOAI
Zeitraum: 
2014-2015
Bausumme: 
ca. 110.000 €

Mit der Neuanlage des Radweges und den begleitenden Gestaltungsmaßnahmen erhält der ehemals industriell geprägte und derzeit eher durch Verwahrlosung und Verfall gekennzeichnete Raum einen entscheidenden Impuls für eine künftige positive Entwicklung und seine Rückeroberung als nutz- und erlebbare Grünfläche im Stadtgebiet.

Vordringliches Ziel war in diesem Zusammenhang die Fortführung der Fuß- und Radwegeverbindung der bereits 2010 fertiggestellten „Bahnschneise Eythraer Straße“. Durch die Anlage des geplanten Geh- und Radweges aus Asphalt wird eine optimale Benutzerfreundlichkeit erreicht, die dem funktionalen Anspruch an die Herstellung eines stadtteilübergreifenden Geh- und Radwegenetzes von Leipzig-Plagwitz bis in die Park- und Auenlandschaft im Leipziger Süden entspricht. Mit der darüber hinaus geplanten Umwandlung der zurzeit noch zu großen Teilen befestigten Flächen in artenreiche Gehölzpflanzungen sowie extensive Wiesenareale sind neben dem funktionalen Aspekt auch eine ästhetische sowie eine ökologische Aufwertung der Flächen verbunden. 

Funktional gesehen ist der Abschnitt am (südlichen) Anfang bzw. Ende des herzustellenden Wegeabschnitts schon aufgrund seiner Lage von besonderer Bedeutung. Er lädt ein, den Raum zu betreten, zu durchqueren und entlässt wiederum aus diesem. Darüber hinaus bietet er die Möglichkeit, sich zu einem Aufenthaltsbereich und Treffpunkt im Grünen zu entwickeln. Ausgehend von der beschriebenen Funktion des Areals soll sich dieses als offene, lichtungsartige Wiese zu entwickeln, welche sich mit zunehmender Entfernung vom Anschlussbereich Schwartzestraße trichterförmig verjüngt und von neu anzulegenden Gehölzpflanzungen räumlich gefasst wird. 

Neben der beschriebenen Eingangssituation bildet der weiter nördlich befindliche Wegeabschnitt im Bereich einer ehemaligen Gleisbrücke einen Gestaltungsschwerpunkt innerhalb des Planungsgebiets. Da die Brückenpfeiler beim Abbruch der ehemaligen Gleisüberführung erhalten blieben, prägen sie noch heute maßgeblich das Erscheinungsbild des Geländes. Diese nicht nur zu erhalten, sondern in Ihrer visuellen Wirkung und Wahrnehmung zu stärken, ist es ein erklärtes Ziel für die Neugestaltung der Flächen. Die im Bereich der Brückenpfeiler platzartige Aufweitung des ansonsten lediglich 3 m breiten Asphaltweges dient unter anderem diesem Zweck. Verstärkt wird der Effekt durch die Markierung des ehemaligen Brückenverlaufs in Form farbiger Streifen auf der Asphaltfläche. Hierdurch gelingt es, die Brückenpfeiler mit einfachen Mitteln der Flächengestaltung wieder verstärkt als Zeugnisse der industriellen Vergangenheit des Bahnareals ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, anstatt diese zu ignorieren oder gar zu beseitigen. Sitzbänke und Abfallbehälter laden darüber hinaus zum Treffen und Verweilen ein und entsprechen – ebenso wie die den Platz zum benachbarten Gewerbegebiet räumlich abgrenzende Baumreihe – den Anspruch an diese Fläche, mehr als nur Durchgangsraum zu sein.

Im Bereich des nördlichen Brückenpfeilers erfolgt schließlich der Anschluss an die vorhandenen befestigten Flächen in Verlängerung der Ruststraße. Der ca. 8 m lange und gut 3 m breite Wegeanschluss stellt allerdings nur eine Übergangslösung dar. Für den gesamten Kreuzungsbereichs zwischen neuem Fuß- und Radweg,  Ruststraße und dem geplanten Weg durch das Gewerbegebiet im Westen muss die Anschlusssituation neu überdacht und schließlich hergestellt werden. Eine konkrete Planung hierfür liegt allerdings aktuell noch nicht vor.