Startbereich mit Sitzmauer
Blick vom Eingangsbereich zur Sportanlage
Startbereich Sprintstrecke
Kugelstoßanlage
Zielbereich Sprintstrecke
Sitzwürfel
Blick Richtung Weitsprunganlage
Sitzmauer
Pflanzfläche
Entwurf

35. Schule, Leipzig

Neugestaltung der Sportfreiflächen
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Ort: 
Leipzig
Bauherr: 
Stadt Leipzig
Leistung: 
Leistungsphasen 1-9 HOAI
Zeitraum: 
2012-2014
Bausumme: 
ca. 170.000 €
Fertigstellung: 
2014

Das Büro LAGO Landschaftsarchitektur Goronzi wurde im Herbst 2012 mit der Erarbeitung eines Planungskonzepts zur Neugestaltung der Sportfreiflächen der 35. Mittelschule in Leipzig beauftragt. Grundsätzliches Ziel der Maßnahme soll es sein, neben einer gestalterischen Aufwertung des Gesamtareals die uneingeschränkte Nutzbarkeit der Schulsportanlagen zu ermöglichen, da die Flächen in ihrem derzeitigen Zustand die Ausübung des Schulsports nicht bzw. nur teilweise erlauben. 

Ausgehend von der Aufgabenstellung zur Neugestaltung der Schulsportanlage wurden zunächst die für Benutzbarkeit als Schulsportanlage erforderlichen Elemente (Rundlaufbahn, Sprintstrecke, Weitsprunganlage, Kugelstoßanlage) in das Gesamtareal eingeordnet.

Die Kugelstoßanlage soll auf der vorhandenen Rasenfläche südlich des Kleinspielfeldes angelegt werden. Nur hier steht eine ausreichend große, zusammenhängende und von Hindernissen freie Fläche zur Verfügung. Da Rasen eine geeignete Form der Flächenbefestigung des Stoßsektors darstellt, kann dieser Bereich auch weiterhin als durchgängige Rasenfläche erhalten bleiben. 

Die Lage der neuen Rundlauf- sowie der Kurzstreckenbahnen entspricht im Wesentlichen dem Bestand. Bei der Anordnung von 2 Laufbahnen ist dabei ein ausreichender Sicherheitsabstand zur benachbarten Weitsprunganlage berücksichtigt. Die Weitsprunganlage selbst besteht aus 1 Anlaufbahn und einer 2,75 m x 9,00 m großen Sprunggrube. Die beengten Platzverhältnisse lassen eine Anlage mit 2 Anlaufbahnen nicht zu, sofern man größere Umbaumaßnahmen am vorhandenen Kleinspielfeld vermeiden möchte.

Die Wahl für die geeignete Flächenbefestigung der Laufbahnen fiel auf einen Kunststoffbelag. Dabei spielten Überlegungen zur Benutzbarkeit, zur Sicherheit und nicht zuletzt zum Pflege- und Unterhaltungsaufwandes eine wesentliche Rolle.

Zwischen der Weitsprung-Anlaufbahn und der 60-m-Sprintstrecke sowie in deren Randbereichen wird vorgeschlagen, die Flächen durch die Befestigung mit Beton-Pflaster begehbar zu gestalten. So müssen beim Zurückgehen nach erfolgten Sprints oder Sprüngen nicht die Laufbahnen benutzt werden. Der Pflasterbelag setzt sich dabei Richtung Süden bis zum Zugangstor fort. Mit der Durchgängigkeit der Pflasterung und der klaren Linienführung wird nicht zuletzt erreicht, dass der Eingangsbereich und die Sportanlagen eine gestalterische Einheit bilden.

Der kleine Höhensprung zwischen Zugang und dem Startbereich der Kurzstreckenbahn wird durch eine Sitzmauer abgefangen. So gelingt es, diesem Areal auch eine Aufenthaltsqualität zu verleihen und die Mauer kann zum Sitzen ebenso wie zum Ablegen der Sportsachen genutzt werden. Den gleichen Zweck erfüllen auch eine weitere Sitzmauer sowie einzelne Sitzwürfel im Zielbereich der Sprintstrecke.

Durch die einheitliche und durchgängige Gestaltung vom Eingangs- und Start- bis zum Zielbereich der 60-m-Laufbahn sowie der Weitsprunganlage gelingt es nicht zuletzt, die Flächen zu einer gestalterischen Einheit zusammenzufügen.

Die beschriebene funktionale und nutzungsbezogene Aufwertung der gesamten Sportanlage stellt das Kernstück des Planungskonzepts dar.  Darüber hinaus beinhalten die Planungsvorschläge aber auch Aufwertungsmaßnahmen hinsichtlich der Vegetationsstrukturen. So wird das Ziel verfolgt, den gesamten Randbereich zwischen der Laufbahn bzw. den anderen befestigten Flächen und der äußeren Grundstückseinfriedung als durchgängiges ‚grünes Band’ zu entwickeln. Die in diesem Bereich bereits vorhandenen Pflanzflächen sollen dabei durch weitere adäquate Pflanzungen vervollständigt werden. In ihrer konsequenten Durchgängigkeit bilden sie dabei nicht nur ein wichtiges Strukturelement, sondern geben der Gesamtanlage auch einen grünen Rahmen und werten damit die Freifläche insgesamt spürbar auf. Darüber hinaus sollen zusätzliche Großbäume im Inneren der Anlage und im Eingangsbereich als Schattenspender und als raum- und strukturprägende Elemente dienen.